DSC_1128

Halloween oder Allerheiligen? Wir stellen Ihnen die 5 bekanntesten Traditionen Spaniens vor, um Allerheiligen zu feiern

Vampire, Hexen und Zombies warten sehnsüchtig auf die Nacht von Halloween, einem angelsächsischen Fest, das nach Spanien importiert wurde. Aber wie sieht es mit unseren eigenen Traditionen an Allerheiligen aus? Haben wir sie vergessen? Die Antwort lautet: Nein! Die Spanier sind ihren Gebräuchen treu geblieben und erinnern sich der Toten auf ihre eigene Art und Weise. Hier sind die fünf wichtigsten Traditionen Andalucia für den 1. November.

1. Friedhofsbesuch

Die Friedhöfe sind die Hauptdarsteller an Allerheiligen. In ganz Spanien werden Sie Familien antreffen, die an diesem Tag ihre Verstorbenen besuchen. Die Gräber werden schon Tage vorher herausgeputzt, die Grabsteine geputzt und die Nischen neu gestrichen, damit am 1. November alles in neuem Glanz erstrahlt.  Typisch für diese Jahreszeit ist die Chrysantheme, die zusammen mit den immergrünen Zypressen auf den Friedhöfen die meistverbreitetste Pflanze ist. Es handelt sich hier zweifelsohne um eine Ehrerbietung gegenüber den Verstorbenen, für die vor Ort Gebete gesprochen werden.

cementerio

cementerio

2. Licht für die Verstorbenen

Es ist eine der ältesten Traditionen, die wir noch aufrechterhalten. In der Nacht des 31. Oktober ist es vor allem in Andalusien Brauch, für die Verstorbenen ein Licht anzuzünden. Dazu nimmt man ein Gefäß mit Wasser und gibt Öl hinzu. Dann kommen die sogenannten “Mariposas” (einer pro Verstorbenem) dazu und werden angezündet. Der Sinn dieses Rituals ist es, die Seelen zu “leiten” und ihnen Licht und Ruhe zu vermitteln. Viele Familien stellen ihre Kerzen oder “Mariposas” in die Fenster, was zu dem typischen Bild in dieser Nacht voller Erinnerungen an diejenigen, die nicht mehr unter uns weilen, führt.

3. Don Juan Tenorio

Es gibt in Spanien kein Allerheiligen, an dem Don Juan Tenorio die Bühnen nicht betritt. Die Theater füllen sich, um den Verführer von Zorilla in diesem romantischen Drama zu sehen. Wenn Sie die Gelegenheit haben, sollten Sie sich diese auf keinen Fall entgehen lassen. Der Tag, an dem den Toten gedacht wird und das Theater sind seit ewigen Zeiten miteinander vereint. Schon bei den Römern, und später auch im Mittelalter, war es dies ein Brauch, der über religiöse Theateraufführungen zum Ausdruck gebracht wurde. Don Juan Tenorio spielt zum größten Teil auf einem Friedhof und ist seit Jahrzehnten eng mit Allerheiligen verbunden.

4. Die “Tosantos”

Es gibt Feste, die aufgrund ihrer Originalität auch im übrigen Spanien bekannt geworden sind. Dies ist der Fall von “Tosantos” in Cádiz. Wenn Sie sich an Allerheiligen dort aufhalten sollten, dürfen Sie sich diesen Brauch nicht entgehen lassen. Die fliegenden Händler und Inhaber der Marktstände verkleiden ihre Waren. Obst und Gemüse oder auch Schweine und Kaninchen werden als berühmte Personen verkleidet, die momentan das aktuelle Geschehen beherrschen. Dabei wird auch, ganz im Stil des Karnevals, ein bisschen Kritik ausgeübt.

Tosantos

Tosantos

5. Die Süßspeisen

An Allerheiligen kann man in jedem Haushalt zahlreiche Süßspeisen finden. Großmütter und Enkel stehen am Herd, um unter anderen Köstlichkeiten die typischen Windbeutel, “Gachas” (eine Art Weizenbrei) oder “Pestiños” (Honiggebäck) herzustellen. Vor allem in der Provinz Huelva und in der Extremdura ist es große Tradition, dass die Familien nach dem Friedhofsbesuch aufs Land fahren, um dort die typischen Produkte und die herbstlichen Früchte zu essen. Quitten oder Kastanien dürfen dabei auf keinem Tisch fehlen.

Die christliche Tradition ist an Allerheiligen omnipräsent und jedes Dorf in Spanien hat etwas gemeinsam: Das Gebet. Auch wenn wir Festlichkeiten aus anderen Ländern importieren, sind unsere Wurzeln noch sehr stark ausgeprägt. Es ist unsere Art und Weise, Allerheiligen zu feiern.

Leave A Comment

Facebook IconYouTube IconTwitter IconVisit Our Google+ PageVisit Our Google+ PageVisit Our Google+ Page